Das Villinger Münster (Gerhard Ächtner)

Abb. 1: Modell des Villinger Münsters.

Das Münster steht als ein Wahrzeichen der Stadt auf einem großen Platz in der Innenstadt. Es wurde im 12. Jahrhundert erbaut. Der Baubeginn lag zwischen den Jahren 1130 – 1150. Ursprünglich war das in der Stadt gelegene Münster eine Nebenkirche, Pfarrkirche wurde es 1537. Bis dahin war die Altstadt-Kirche, die sich beim Friedhof befand, die Pfarrkirche.

Da ich schon einige historische Gebäude im Modell nachgebaut hatte, kam mir der Gedanke, ich könnte auch ein Gebäude vom Stadtzentrum bauen. Nach langen Hin- und Her Überlegungen und stundenlangem Anschauen des Gebäudes kam der Entschluß: Ja, es soll das Münster werden. Da habe ich mir etwas angetan.

Nun zu meinem Münster-Bau. Da ich ohne Baupläne kein Modell gebaut habe, fragte ich mich, was mache ich jetzt. Ich vereinbarte einen Termin beim Dekan Müller, vielleicht habe ich Glück und er hat alte Baupläne. Dekan Müller hat mir sofort geholfen, und ich bekam die gewünschten Pläne. Nochmals vielen Dank dafür.

Dann ging es los: Den ganzen Grundriss festlegen, damit die Maße genau stimmen. Habe dann angefangen erst einmal eine Schicht Sandsteine am Grundriß gesetzt. Jetzt hatte ich die Größe des Objekts. Das sah schon einmal ganz gut aus. Und so wuchs es Stück für Stück. Ich war dann sehr oft auf dem Münsterplatz, habe im Detail Bilder gemacht, diese zusammengeklebt und die Steingrößen festgelegt. Es waren ungefähr 350 Bilder. Die Dachschrägen habe ich den Plänen entnommen.

Nordturm und Südturm sind oben auf 2/3 Höhe achteckig, es war schwierig, es genau so zu bauen. Da das Münster zu 95% aus Sandstein besteht, sollte es auch eine ausreichende Festigkeit bekommen. Ich habe mich bei einem Villinger Steinmetz beraten lassen, und er besorgte mir einen Zwei-Komponenten Kleber, der sehr gut war. Der Nachteil war, ich konnte nur 3 – 4 Steine richten, dann kleben. Der Kleber war in 20 – 30 Sekunden dann steinhart. Es sind ungefähr 3.400 Sandsteine. Die Dachziegel sind einzeln gebohrt, gesenkt und genagelt, ca. 12.800 Stück. Das Münster hat insgesamt 66 Fenster. Beleuchtet ist das Modell, so wie es in Wirklichkeit ist. Die Turmuhr hat ein grünes Zifferblatt mit römischen Zahlen und ist funktionsfähig.

Ich hoffe, ich habe einen kleinen Einblick gegeben. Man kann das Modell im Franziskaner Museum besichtigen.