Zu Ferdinand von Freiburg (Winfried Hecht)

Im XXXI. Jahrgang dieser Zeitschrift wurde 2008 vom Verfasser des vorliegenden Beitrags erstmals in groben Zügen die Geschichte der Villinger Familie Freiburger (Fryburger, von Freiburg) skizziert. 1 Auf Grund der dürftigen Quellenlage musste diese Darstellung der Geschichte der Familie für das 17. Jahrhundert vergleichsweise unvollständig bleiben, vor allem was Ferdinand von Frieburg betraf, von dem sich allenfalls zusätzlich zeigen ließ, dass er in der zweiten Hälfte des Dreißigjährigen Krieges und in den Jahren danach in Villingen eine gewisse Rolle gespielt haben muss. Immerhin war schon bisher für Februar 1637 dokumentiert, dass Ferdinand von Freiburg zusammen mit Johann Thomas Schuch als Bürgermeister der Stadt Villingen einen Anteil an den Einkünften „seiner“ Stadt an den Baumeister der Stadt Eglisau am Hochrhein verkauft hat. 2 Und 1641 tritt Ferdinand von Freiburg noch einmal beim Verkauf eines Hauses in Erscheinung. 3

Nun hat in anderem Zusammenhang Frau Dr. Edith Boewe-Koob dankenswerterweise dem Verfasser eine Kopie des Jahrzeitenbuchs der Villinger Vetternsammlung zugänglich gemacht. Dieser zu wesentlichen Teilen bis 1728 redigierten Quelle sind eigentlich völlig unverdächtig an zwei Stellen gerade über Ferdinand von Freiburg wertvolle Angaben zu entnehmen, nachdem ihn schon die Villinger Vetternsammlung in ihrer Spätzeit als „einen zweiten Stüfter dises Convents“ betrachtete.

In der genannten Quelle ist zu lesen 4, der „wohledel“ Junker Ferdinand von Freiburg habe nach dem 1635 während der Pestzeit erfolgten Tod seiner Gemahlin, einer geborenen von Steulin (?), ferner eines Töchterleins und eines noch kleinen Sohnes, „so auch jung verstorben“, sein Amt als Bürgermeister „aus betrübnuss“ niedergelegt. Während er früher in dem Haus „am Pfarrhof, wo jetzt die Kanzlei ist“, wohnhaft gewesen sei, habe sich der ehemalige Bürgermeister nun mit bischöflicher Erlaubnis „in die Kost“ der Vetternsammlung begeben und sei in das „obere“ Stüblein gezogen, welches darauf nach ihm als „junckherrn Stüble“ bezeichnet wurde. Ferdinand von Freiburg war also in seinen späteren Lebensjahren Pfründner in der Vetternsammlung.

Der Vetternsammlung tat Ferdinand von Freiburg in den folgenden Jahren viel Gutes. Er stiftete dem Kloster Früchte und Gülten, namentlich mit einem Grundzins in Dauchingen und aus dem „oberen Garten“ zu Villingen sowie „mit Silber und anderem“. Er starb am 7. September 1669 5, wurde aus der Vetternsammlung „ausgetragen“ und bei „denen Vätteren Franciscanern im Chor begraben“. Als „ein sonderbarer guetthäter“ habe er zu Lebzeiten die Klosterfrauen der Vetternsammlung „vor letztem Untergang erhalten“, heißt es in unserer Quelle. Zu seiner ewigen „Danckhgedächtnus“ werde in der Sammlung ein Jahrtag „mit gantzer Vigil und einer Heiligen Messen begangen“.

Anmerkungen:

1 a. a. O S. 74 – S. 78 und hier besonders S. 77

2 Inventar Villingen II S. 322 Nr. 1704

3 Inventar Villingen II S. 46 Nr. 2210

4 Archiv St. Ursula in Villingen, AB 66 6a. Jahr – Zeithen Buech… renoviert den 5. Tag Augusti 1728 p. 32

5 Wie Anm. 4 p. 29