Jahresrückblick 2016 (Helga Echle)

Das zurückliegende Vereinsjahr bescherte unseren Mitgliedern eine Fülle von interessanten Veranstaltungen.

Den Anfang machte eine Führung durch die Firma Continental Automotive GmbH Villingen. Die frühere Firma Kienzle Apparate Villingen erbaute in den siebziger Jahren das neue Werk in der Heinrich-Hertz-Straße, das später in den Besitz der Fa. Mannesmann-Kienzle und anschließend an die Fa. Continental überging. Die interessierten Mitglieder bekamen einen umfangreichen Einblick in die weltweite Firmenstruktur und eine spannende Führung in der Produktionslinie von Tachometern und Mautgeräten.

Abb. 1: Die Besuchergruppe bei Continental.

 

 

 

 

 


Im Februar hielt Herr Michael Buhlmann wieder einen überaus interessanten Vortrag, passend zum bevorstehenden Stadtjubiläum über „Die Urkunde Ludwigs des Frommen für das Kloster St. Gallen, ein Beginn der Geschichte von Villingen und Schwenningen.“

Ebenfalls im Februar blickten zahlreiche Mitglieder der GHV Villingen hinter die Kulissen des Theater am Ring. Sie informierten sich auf und hinter der Bühne des Theaters über die faszinierende Technik des Bühnenturms, der 1998 in Betrieb ging. Der technische Leiter Stephan Krist zeigte der Gruppe die andere Seite eines Theaterbetriebs anschaulich und sehr kurzweilig und erklärte seine verantwortungsvolle, interessante Aufgabe.

Die verschiedenen technischen Anlagen von den vielfältig einsetzbaren Scheinwerfern, den vielseitig nutzbaren Vorhängen, dem Schnürboden bis hin zur „Regiesstelle“ einer aufwändigen Schaltanlage beeindruckten die Teilnehmer sehr.


 

 

 

 

 

In der sehr gut besuchten Mitgliederversammlung des GHV Villingen konnte Werner Echle, seit einem Jahr Vorsitzender, Herrn Ministerpräsident a.D.Dr. h.c. Erwin Teufel mit Gattin und Oberbürgermeister Dr. Rupert Kubon begrüßen. Er gab seinen ersten Rechenschaftsbericht ab. Hasko Froese informierte über die Finanzsituation des Vereins.

Abb. 4: Professor Friedemann Maurer (Mitte) mit dem Initiator des Vortrags, Eberhard Härle (links) und dem 1. Vorsitzenden Werner Echle (rechts).

In ihrem Amt für weitere 2 Jahre wurde die Schriftführerin Helga Echle einstimmig bestätigt. Der GHV konnte auf ein erfolgreiches Vereinsjahr 2015 zurückblicken und insgesamt eine positive Bilanz vorlegen.

In Rahmen der Jahreshauptversammlung wurde dem langjährige Vorsitzenden Günter Rath für seine Verdienste im Geschichts- und Heimatverein Villingen die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg verliehen.


Am 16. März erlebte eine Gruppe des GHV eine Führung mit Frau Dr. Anita Auer durch die Ausstellung „Das Korn der frühen Jahre“, 7000 Jahre Agrargeschichte in Baden-Württemberg, in der die hochinteressanten Ergebnisse von 25 Jahren Forschungsarbeit zur Geschichte unserer Kulturlandschaft durch das Labor für Archäobotanik präsentiert wurden. Man erfuhr, wovon sich die Menschen ernährten, wie die Landschaft gestaltet wurde und wie man die Erträge nutzte.


Die Wirtschaft, so glauben wir oft, folgt eigenen und objektiven Gesetzmäßigkeiten – Angebot und Nachfrage, Dynamik von Geldströmen, Zwang zu Innovation und Rationalisierung. Im Grunde aber wird sie von und für Menschen betrieben und folgt daher menschlichen Antrieben; Wirtschaftsgeschichte ist wesentlich Humanwissenschaft. Diese Sicht leitete Prof. Friedemann Maurer bei seinem Vortrag vor dem Geschichts- und Heimatverein Villingen über die regionale Kultur- und Wirtschaftsgeschichte. Als Pädagoge und Philosoph hatte er sich zum Ziel gesetzt, die treibenden Kräfte bei der wirtschaftlichen Entwicklung des Schwarzwaldes anthropologisch zu erklären: Die Traditionen dieser Landschaft seien die Widerspiegelung einer Lerngeschichte, die Welt, die dabei entstand, eine Leistung der Menschen. Die Firma „Johann Morath und Söhne“, heute „IMS Gear“ in Eisenbach, führte Maurer als Beispiel für Beharrungskraft und Leistungsfähigkeit des Schwarzwälder Gewerbes auch unter widrigen Umständen an.

Wirtschaft, so Friedemann Maurer abschließend, besteht nicht nur im Zusammenwirken von Kapital und Arbeit, sondern ist wesentlich angewiesen auf Bildung – und auf menschliche Eigenschaften wie Ausdauer in der Entbehrung, Anpassungsfähigkeit und Weltoffenheit. Im Schwarzwald ist dieser Zusammenhang anschaulich zu beobachten, als Beispiel einer Lern- und Sinngeschichte der menschlichen Gemeinschaft.


Die erste Tagesexkursion 2016 führte den GHV nach Offenburg und Kappelrodeck. In Offenburg lernten die Teilnehmer bei einer Stadtführung die Stadt und deren Geschichte kennen. Sie waren überrascht von der Schönheit und der reichhaltigen Geschichte der Stadt. Ein Vergleich mit Vil-lingens Geschichte ergab manches Gemeinsame,

wie z.B. die Stadtbefestigung, die in Offenburg im Pfälzischen Erbfolgekrieg im Jahre 1689 von den Truppen Ludwigs XIV. leider vollständig zerstört wurde, eine Spitalstiftung sowie die Zugehörigkeit zu Habsburg. Über die Ereignisse der badischen Revolution 1848, für die Offenburg das Zentrum war, erfuhren die Teilnehmer ebenso wie über die Wirtschaftsentwicklung in der bevorzugten Lage der Stadt.

In Achern und Kappelrodeck lernten die Besucher, aufgrund der Vermittlung und Organisation des GHV-Mitglieds Uwe Lauinger, dessen Vater aus Achern stammte, das Weingut Köninger kennen. Der junge, sehr aktive und ehrgeizige Tobias Köninger erklärte, wie er diesen Betrieb gegründet hat und mit welcher modernen Betriebsphilosophie und -strategie er mit einem Sortiment an qualitativ hochwertigen Produkten auf einem erfolgreichen Weg ist.

Abb. 5: Tobias Königer erklärt die Weinherstellung.

Ein Mönch aus Villingen bringt Kultur an den Bodensee: Diese kühne These trug Michael Raub, Historiker und Lehrer am Wirtschaftsgymnasium, dem Geschichts- und Heimatverein vor. Im Mittelpunkt stand Franz Sales Wocheler, der 1790 im Alter von 12 Jahren als Schüler an das Villin-ger Benediktinergymnasium gekommen war und 1797 in den Orden eintrat. Als junger Mönch unterrichtete er am Klostergymnasium und war Seelsorger in Pfaffenweiler. 1820 wurde er

Stadtpfarrer in Überlingen; dort gründete er den Schulfonds und die heute noch bedeutende Leopold-Sophien-Bibliothek.

Als Wocheler nach Überlingen kam, war der Glanz der ehemaligen Reichsstadt verblichen, die allgemeine Bildung in schlechtem Zustand. Hier fand der neue Stadtpfarrer ein wichtiges Betätigungsfeld. 1830 ergriff er die Initiative, die Schulen der Stadt neu zu organisieren. Ein Jahr später stiftete er der Stadt seine eigene, aus über 10.000 teils kostbaren Bänden bestehende Büchersammlung, darunter viele aus Villinger Klöstern. Sie bildete den Grundstock der Leopold-Sophien-Bibliothek, der ersten öffentlichen Bibliothek Badens. So hat der von den Reformideen aus seiner Villinger Zeit geprägte Geistliche in der Tat die Kultur am Bodensee voran gebracht, wofür ihm die Stadt Überlingen 1878 vor dem Münster ein Denkmal setzte.

Abb. 6: Herr Dr. Michael Raub (links) mit dem Initiator des Vortrags Michael Tocha.

In einer sehr unterhaltsamen und lehrreichen theatralischen Stadtführung führte Gunther Schwarz mit seinem Ensemble die Gruppe des GHV in die Geschichte Villingens durch das Mittelalter bis in die frühe Neuzeit. Im Mittelpunkt stand das „Alte Rathaus“, in dem die Führung endete. Diese ging vom Franziskaner über die ehemalige Herrenstube in der Rietstraße bis zum Alten Rathaus, in dem die Baugeschichte dieses Gebäudes erklärt wurde.

Im ehrwürdigen Ratssaal präsentierte das Ensemble als Höhepunkte die besonderen schauspielerischen Auftritte einer Betschwester und des

Jakob Kraut. Thema hier war vor allem die Zeit der Hexenprozesse um das Jahr 1641.

Mit viel Humor, Witz und Ironie gestaltete das Ensemble eine über zweistündige kurzweilige, spannende aber auch nachdenkliche und dramatische Führung, in der es mit überzeugenden schauspielerischen und musikalischen Begabungen die GHV-Mitglieder überraschte und begeisterte.

Besondere Erlebnisse waren ein Abstecher in die Camargue mit Rundgang in St. Gilles und Besuch der Salzgärten von Aigues Mortes, die Besichtigung des Papstpalastes und der bekannten Brücke in Avignon. Ein Besuch in der ehemaligen Heilanstalt in St.Remy-de-Provence, in der Vincent van Gogh sein letztes Lebensjahr verbrachte und etliche seiner ausdruckvollsten Bilder malte, sowie die Besichtigung der Ockerbrüche in Roussillon und des Pont du Gard in Nîmes rundeten das Bild dieser vielfältigen Landschaft ab.

Abb. 7: Das Ensemble der Theatralischen Stadtführung.

Vom 31. Mai bis 08. Juni lernten 43 Teilnehmer des Geschichts- und Heimatvereins Villingen auf der Jahresexkursion die an Geschichte und Kultur reiche Provence kennen. In dieser Region mit einer vielfältigen und abwechslungsreichen Landschaft besuchte die Gruppe mehrere geschichtsträchtige Städte mit vielen Kulturdenkmalen und lernte auch Land und Leute und deren typische Küche kennen. Die Rhone war ständiger Begleiter auf dieser Fahrt.

Der Reiseleiter Klaus Weiss von der Fa. albaTours verstand es ausgezeichnet, mit seinem reichen Wissen den Teilnehmern die Geschichte dieser schönen Gegend im Gesamtzusammenhang mit der europäischen Entwicklung zu erklären. Mit vielen wertvollen und fachkundigen Informationen über Kultur, Land und Leute, Landschaften, aber auch Politik, aktuelle Ereignisse, Fauna und Flora machte Herr Weiss die Jahresexkursion zu einem besonderen Erlebnis. Die noch vorhandenen Kulturdenkmale aus der Römerzeit sowie die künstlerisch wertvollen Kirchen waren Schwerpunkte bei den Besichtigungen.

Abb. 8: Der Pont du Gard in Nîmes.

Unter Leitung des zweiten Vorsitzenden Andreas Flöß besuchte eine Gruppe des GHV das Vitra Design Museum in Weil am Rhein. Unter dem Motto „Architektur als Kunst“ wurden auf dem Campus bei einer Architekturführung die Bauten namhafter Architekten wie z. B. Frank Gehry, Tadao Ando oder Zaha Hadid erklärt und bewundert.

Außer der Architektur auf dem Campus erhielt der GHV auch eine interessante Führung durch die Produktionsstätte der Fa. Vitra, in deren Mittelpunkt die Fertigung des sehr erfolgreich produzierten „Lounge Chair“ Stuhles stand. Der Besuch im Vitra Haus mit Möbelarrangements in unterschiedlichen Zeit- und Stilrichtungen von den großen Klassikern bis zu heutigen Entwürfen rundeten mit einmaligen Eindrücken diesen Besuch ab.


Ausgebucht war die Exkursion des GHV in die Trompeterstadt Bad Säckingen, die von Dekan i. R. Pfarrer Kurt Müller und dem Vorsitzenden Werner Echle geplant und geleitet wurde.

Abb. 9: Eines der Gebäude im Vitra-Museum.

Bei einer Stadtführung lernten die Villinger die Geschichte der schönen Stadt kennen, deren Entstehung dem Leben und Wirken des Heiligen Fridolin zu verdanken ist.

Bekannt ist die Stadt vor allem durch die Legende um den „Trompeter von Säckingen“ von Joseph Viktor von Scheffel, mit dem Kater Hiddigeigei, sowie durch die längste, überdachte Holzbrücke Europas.

Die Besichtigung des Münsters mit dem Fridolinsschrein war der Schwerpunkt dieses Tages. Pfarrer Kurt Müller erklärte den Teilnehmern in seiner bekannten, beliebten und angenehmen Art schon während der Fahrt die Geschichte des Heiligen Fridolin und des Münsters. Auch über die Stele seines befreundeten und den Villingern wohlbekannten Klaus Ringwald konnte er vieles erklären. Ähnlich wie beim Münsterbrunnen in Villingen hat Ringwald auf der Stele die Säckinger Stadt-Geschichte mit dem Leben des heiligen Fridolin, dem Trompeter von Säckingen und die traditionelle Bäderkultur dargestellt.


Der GHV besuchte vom 30. 06. 2016 bis 03. 07. 2016 den Harz mit der alten Kaiserstadt Goslar und den Nachbarstädten Quedlinburg und Wernigerode. Helga Echle hat diese Fahrt vorzüglich geplant und vorbereitet. Die Teilnehmer waren begeistert von dieser bisher den meisten unbekannten Landschaft. Bei einer ausgezeichneten Stadtführung lernte man die UNESCO-Welterbestadt Goslar und die „Bunte Stadt am Harz“ Wernigerode kennen. Bei einer kleinen Harzrundfahrt wurden die Teilnehmer mit den Ähnlichkeiten zum Schwarzwald vertraut gemacht.

Bei einer Führung durch die eindrucksvolle historische Altstadt Quedlinburgs mit dem Schlossbergensemble, die seit 1994 als Welterbe der UNESCO geschützt ist, lernte die Gruppe dieses Kleinod und deren Geschichte kennen. Quedlinburg erhielt 994 das Markt-, Münz- und Zollrecht von Otto III. verliehen, also 5 Jahre vor Villingen. In der sehr geschichtsträchtigen Stiftskirche St. Servatii erlebte die Gruppe eine hervorragende Führung mit vielen Informationen aus der Geschichte Heinrichs I, der in dieser Kirche mit seiner Frau Mathilde begraben wurde. Es war genau sein 1080 Todestag, an dem die GHV Gruppe die Grablege besuchte.

Abb. 10: Blick von der längsten überdachten Holzbrücke Europas zum Fridolinsmünster.


Bei seiner Exkursion zum Wasseraufbereitungs-betrieb der Bodenseewasserversorgung in Sipplin

Abb. 11: Ein Teil der Gruppe vor der Kaiserpfalz in Goslar.

Dr. Enzenroß stimmte auf der Hinfahrt mit Ausführungen zum Leben in früheren Jahrhunderten ein, in denen oft durch verunreinigtes Wasser Krankheiten, wie z B. Cholera, die damals schlimmste Krankheit, sich verbreiteten. Wohltuend waren anschließend bei der Führung in der Aufbereitungsanlage Sipplingen die Informationen über die heutige erstklassige Qualität des Trinkwassers aus dem Bodensee.

Dieses Wasser wird auch nach Villingen geliefert. Mit Pumpwerken, aber vor allem durch natürliches Gefälle können ca. 4 Mio. in ganz Baden-Württemberg bis nach Bad Mergentheim mit Trinkwasser versorgt werden.

Abb. 12: Im „Quellbecken“ trtitt das Bodenseewasser erstmals zutage.

Den kunstgeschichtlichen Teil der Exkursion erlebte der GHV durch die Führung im Münster St. Nikolaus, in Überlingen. Der langjährige ehemalige Mesner Wolfensberger erklärte den Hochaltar von 1616 -einer der berühmtesten deutschen Schnitzaltäre- der von Jörg Zürn geschaffen wurde.

Abb. 13: Pumpwerke im Wasserversorungswerk Sipplingen.

Neben der Kirche steht ein Denkmal des ehemaligen Villinger Benediktinermönchs Franz Sales Wocheler, der von 1811 – 1820 Dekan und Stadtpfarrer in Überlingen war und sehr viel für die Bildung in der Stadt getan hat. Günter Rath wusste viel Interessantes über diesen Mann zu erzählen.


Architekt Konrad Flöß, langjähriges aktives Mitglied im GHV, hat zum „Tag des offenen

Denkmals“ am 11. September 2016 einen Beitrag unseres Vereins übernommen. Er bot 2 Führungen zu Wegkreuzen in Villingen an, die vom GHV saniert wurden. Er hatte sich für diese Führungen gut vorbereitet und recheriert, um den ca. 55 Teilnehmern viel Interessantes zu vermitteln.


Auf Anregung unsere Vorstandsmitglieds Andreas Flöß wurden auf einer Sonderexkursion im Ruhrgebiet, mit Schwerpunkt Industriearchitektur, die Stadt Essen sowie die Margarethenhöhe, ein Beispiel für die Umsetzung der Gartenstadtidee in Deutschland, besichtigt. Ebenso stand eine Besichtigung der Villa Hügel, Repräsentationsort des Unternehmens Krupp, auf dem Programm. Weitere Stationen waren das UNESCO-Welterbe Zeche Zollverein sowie die Kokerei, in der Kohle zu Koks veredelt wurde. Die Teilnehmer lernten die Produktionsabläufe der einst größten Zentralkokerei Europas kennen. Die Besichtigung des Gasometers in Oberhausen und des Hafens in Duisburg rundeten das Programm ab.

 

Abb. 14: Blick auf die Zeche Zollverein in Essen.

Unter dem Thema „Helden, Herrscher, Heilige“ konnten sich viele Besucher des Franziskanermuse-ums nicht so recht etwas vorstellen. Frau Dr. Anita Auer führte jedoch mit großem Wissen und Erklärungen, die auch zum Schmunzeln anregten, zu ausgesuchten Ausstellungsstücken. Die Teilnehmer waren sich einig, dass dies eine der interessantesten Führungen im Franziskaner-Museum war.


Ausgebucht war auch die Fahrt nach Schonach zum Besuch der Ringwaldausstellung. In 3 Gruppen wurden die Gäste durch die sehenswerte Ausstellung geführt und mit dem Schaffen und den Exponaten von Klaus Ringwald vertraut gemacht. Es gab auch viele Informationen, die selbst „Ring-waldkenner“ zum Staunen brachten.


„Der Wald als Wasserlieferant und Lebensraum“ war das Thema einer Waldbegehung. Der große Kreis der Besucher erfuhr viel über die Arbeit des Forstamtes, den Waldschutz sowie Gefahren und Aktionen gegen das Waldsterben. Dass der Wald auch als wichtiger Wasserlieferant für Villingen dient, wurde anhand eingefasster Quellen und einer Pumpstation deutlich gemacht. Ebenso wurde ausführlich und anhand von Darstellungen über den Biber, seinen Lebensraum und seine „Schädigungen“ berichtet.

Die Teilnehmer waren sich einig: Die Villinger lieben ihren Wald.

Abb. 15: Der ehemalige Leiter des Städt. Fortamtes informiert über das Forschungsprojekt gegen das Waldsterben.

Die Besichtigung des Deutschen Phonomuseums in St. Georgen zeigte den Besuchern 150 Jahre Entstehung und Entwicklung von Tonkonserven. Auf 1.000 Quadratmetern wird hier so ziemlich alles präsentiert, was jemals Töne konservierte: frühe Walzen-Diktiergeräte ebenso wie das Tefifon, ein erstes Tonband- Kassetten-System aus den 50er-Jahren.1907 stellten die Gebrüder Steidinger, die aus einer Uhrmacherfamilie stammten, Federwerke für Grammophone her – bis zu 50.000 Stück im Monat.

Die Teilnehmer zeigten sich begeistert von den alten Geräten, die zum Teil mit riesig großen Trichtern noch funktionsfähig sind, was die diversen Vorführungen belegten.

Auch eine Sammlung alter Schwarzwälder Uhren, hergestellt von St. Georgener Uhrmachern, gab es zu bestaunen.


Nach Redaktionsschluss fanden noch unter großer Beteiligung eine Tagesexkursion zur Besichtigung der Stuttgarter Weissenhofsiedlung sowie eine Führung mit Professor Schnabel im Haus der Geschichte statt.


Ebenfalls eine große Anmeldeliste verzeichnete der Besuch des Uhrenindustriemuseums im November.


Abb. 16: Der festlich gedeckte Saal im Hotel Diegner.

 

Mit dem wieder gut besuchten, stimmungsvollen „Besinnlichen Abend“ im Hotel Diegner endet ein an Veranstaltungen reiches Vereinsjahr 2016.