Erinnern sie sich noch? Max Roth – ein Villinger Maler (Helmut Kury)

1903 als Sohn des Weinhändlers Nepomuk Roth geboren, wuchs er am Oberen Tor auf. Schon früh zeigte er malerisches Talent. Es wird erzählt, ein Malkasten, den er zu Weihnachten erhielt, war ihm wichtiger als alle anderen Geschenke. Später sammelte er Kunstpostkarten. Seine ganze Liebe galt den Impressionisten.

Dem Wunsch der Eltern entsprechend, in das elterliche Geschäft einzutreten, machte er eine Banklehre und arbeitete auch kurz in der Weinhandlung. Aber Fernweh und der Wunsch zu malen trieben ihn bis Südamerika. Dort sah er in den zwanziger Jahren Ausstellungen mit Werken der Impressionisten.

Zurückgekehrt stand sein Entschluss fest, Maler zu werden. 1934 ging er für zwei Jahre auf die Akademie nach Karlsruhe um sich das technische Können anzueignen. Der zweite Weltkrieg verhinderte vorerst seine Pläne.

Nach sechs Jahren Kriegsdienst konnte er erst als Fünfundvierzigjähriger seinen Traum verwirklichen und als freischaffender Maler leben.

Von seinen vielen Reisen nach Spanien, Portugal, Italien und in den Tessin brachte er Bilder und

Am Käferbergle

 

Skizzen mit, die er in seiner Heimatstadt umsetzte. Jedes Jahr konnte man in der Herbstausstellung des Villinger Kunstvereins, dessen Gründungsmitglied er 1953 war, seine Bilder sehen. Motive von Wasser, Strand, Bootsidyllen aber auch Blumenmotive, Bilder aus dem Schwarzwald, der Baar, dem Bodensee und immer wieder seine bevorzugten Villinger Motive, das Käferbergle zu verschiedenen Jahreszeiten, Häuserteile am Romäusturm oder der Blick zum Benediktiner.

Santa Maria in Eulalia Ibiza

 

Beim Romäusturm in der Ringanlage

Er selbst sagte: „Ich bin immer neu und stark beeindruckt vom Licht, von der Sonne, dem Schatten und den wechselnden Stimmungen der Tages- und der Jahreszeiten“. Er blieb immer dem „impressionistischen“ Stil treu. Nie versuchte er sich an den verschiedenen Kunstströmungen seiner Zeit. Unverwechselbar ist seine Handschrift. Aus vielen Aspekten der Natur traf er seine Wahl und wandelte das Wunder des Lichts in eine zweidimensionale Farbsprache um. Mit vielen sichtbaren Pinselstrichen und ihren Kontrasten gelang es ihm, die Wirkung des Lichts auf der Leinwand darzustellen. Nicht Objektivität des Realismus ist wichtig sondern nur ein Element der Wirklichkeit – das Licht – um die Natur interpretieren. Aufmerksame Beobachtung des farbigen Lichts an einem Motiv war ihm wichtig. Ich erinnere mich noch gut, wie Max Roth in den Zeichenkursen, die er in der Volkshochschule gab, an einfachen Dingen, einem Apfel oder einem Bleistift Sehen lehrte.

Vor 25 Jahren starb Max Roth unerwartet im Alter von 76 Jahren. Man fand ihn vor der Staffelei an seinem letzten Bild „Blick vom Käferbergle zur Benediktinerkirche“.

Zuletzt bleibt mir noch Dank zu sagen den freundlichen Leihgebern, die mir ihre Bilder zur Verfügung stellten, damit sie in diesem Heft gezeigt werden können.

 

Schwarzwaldlandschaft

 

 

 

Heimatlandschaft

 

Bodensee bei der Birnau

 

 

Landschaft bei Schönwald 1956

 

 

 

Fischerhüsli

 

 

Donau gegen Wartenberg

 

 

Regentag am See 1978

 

 

 

 

Blumenstück 1969

 

 

Sonnenblumen

 

 

 

 

Schwarzwaldhaus

 

 

 

Winterlandschaft im Schwarzwald